![Luisa Klaus und Johanna Lamprecht]()
Wenn ein Punkt Bewegung und Linie wird, so erfordert das Zeit. Ebenso wenn sich eine Linie zur Fläche verschiebt. Desgleichen die Bewegung von Flächen zu Räumen. Paul Klee zu: Der Seiltänzer
„Seiltänzerei“, so haben die zwei jungen Musikerinnen ihr Programm für Blockflöte und Viola überschrieben. Für eine unkonventionelle Besetzung sowohl im ausgehenden Mittelalter und der frühen Renaissance als auch in unserer Zeit nach weitgehend unbekannten Stücken zu suchen bedeutet, unerforschtes Terrain zu betreten. Sowohl die Viola als auch die Blockflöte blicken auf ein nicht grenzenloses Repertoire zurück, und so öffnet sich ein Feld ungeahnter Möglichkeiten, wenn man beginnt, über plausible, aber auch interessante und klangschöne Arrangements nachzudenken. Das Konzept, in einem Programm sehr frühe und betont aktuelle, zeitgenössische Musik nebeneinander zu stellen, ist nicht neu, nichtsdestoweniger immer wieder reizvoll: So versucht die Zusammenstellung, Nähe und Distanz der Werke zueinander auszuformulieren - die Renaissance-Klänge jahrhunderterlanger musikalischer Tradition unerwartet neu zu hören wie auch traditionelle klangliche Elemente in zeitgenössischer Musik zu entdecken.